Füllmaterial für Pakete: Was du nehmen kannst (und was nicht)
Die Ware ist fertig, der Karton steht bereit, und dann kommt die Frage, die jeder kennt, der regelmäßig Pakete verschickt: Was nehme ich als Füllmaterial? Zeitungspapier vom Küchentisch, das Packpapier vom letzten Wareneingang, die Chips aus dem Baumarkt oder doch etwas, das dafür gemacht ist?
Die kurze Antwort: Es gibt kein bestes Füllmaterial für Pakete. Es gibt das passende für deine Ware, deine Paketgröße und deine Stückzahl. Zeitungspapier reicht für ein Buch. Für ein Glas mit Deckel reicht es nicht. Und ab zwanzig Paketen im Monat entscheidet nicht mehr der Materialpreis, sondern die Zeit, die du pro Paket am Packtisch stehst.
In diesem Artikel vergleichen wir die sechs gängigen Füllmaterialien ehrlich, mit Stärken, Schwächen und dem, was sie dich pro Paket kosten. Danach weißt du, was in deinen Karton gehört und was nicht. Wer es genau wissen will, bekommt am Ende eine Empfehlung, die auf sein Paket und seine Ware gerechnet ist.
Die Kurzantwort: Was kann man als Füllmaterial für Pakete nehmen?
Wenn du nur einen Absatz liest, dann diesen:
- Robuste Ware (Bücher, Textil, stabile Verpackungen): Packpapier oder Zeitungspapier reicht. Oft brauchst du gar kein Füllmaterial, sondern nur den passenden Karton.
- Alles, was nicht verrutschen darf (Glas, Keramik, Kosmetik im Tiegel, Feinkost, Deko): Hohlraumfüller, der Form hält. Luftpolsterkissen oder Papierpolster, bei Bruchrisiko zusätzlich eine weiche Lage unter der Ware.
- Viele kleine, unterschiedlich geformte Teile in einem Karton: Verpackungschips, weil sie sich in jede Lücke setzen.
- Kratzempfindliche Oberflächen: Luftpolsterfolie zum Einwickeln, aber dann trotzdem Füllmaterial für den Hohlraum. Folie hält nichts an seinem Platz.
Und eine Regel gilt für jedes Material: Im geschlossenen Karton darf sich nichts mehr bewegen. Bewegung ist das, was Ware kaputt macht, nicht der eine Sturz vom Band. Wie du das prüfst und warum, steht ausführlich im Ratgeber Paket polstern: Darauf musst du achten.
Wickeln oder füllen? Zwei Aufgaben, zwei Materialien
Bevor wir vergleichen, ein Unterschied, an dem die meisten Fehlkäufe hängen. Wickelmaterial liegt direkt an der Ware und schützt ihre Oberfläche: Luftpolsterfolie, Seidenpapier, Schaumfolie. Füllmaterial kommt um die gewickelte Ware herum und schließt den Leerraum zum Karton: Papierpolster, Chips, Luftpolsterkissen.
Beides zu verwechseln kostet doppelt. Wer Luftpolsterfolie als Hohlraumfüller nimmt, braucht die dreifache Menge und hat trotzdem Spiel im Karton. Wer ein Luftpolsterkissen um eine Tasse wickelt, lässt Kanten frei und schützt schlechter als ein Bogen Papier.
Merksatz: Erst wickeln, dann füllen. Dieser Artikel vergleicht das Füllmaterial, also die zweite Hälfte.
Die sechs Füllmaterialien im Vergleich
Alle Kosten unten sind Größenordnungen für ein Kleinpaket von 35 × 25 × 8 cm mit rund 2 Litern Hohlraum, also die Paketgröße, in der die meisten kleinen Shops verschicken. Bei größeren Paketen steigen alle Zahlen, das Verhältnis zwischen den Materialien bleibt ähnlich.
1. Zeitungspapier
Kostet: nichts, außer Zeit. Gut für: Bücher, Textil, stabile Kartonagen, alles, was einen Abdruck oder Geruch verträgt.
Zeitungspapier ist die ehrlichste Notlösung. Wer fünf Pakete im Monat verschickt und Robustes drin hat, macht damit nichts falsch. Die Grenzen sind klar: Druckerschwärze färbt auf helle Oberflächen ab, Papiergeruch zieht in Kerzen, Seifen und Lebensmittel, und geknülltes Papier gibt unter Gewicht nach. Nach dem dritten Umschlag beim Paketdienst ist der Hohlraum wieder da. Dazu kommt, wie es beim Kunden ankommt: Zeitung im Paket liest sich als „hat schnell was zusammengesucht“. Bei einem Artikel für 8 € ist das egal, bei einem für 30 € nicht.
Nicht nehmen für: Glas, Keramik, Kosmetik, Lebensmittel, alles Weiße oder Helle.
2. Packpapier und Papierpolster
Kostet: etwa 0,15 bis 0,40 € pro Paket, je nachdem, ob du Rollenware knüllst oder fertig geprägtes Polsterpapier kaufst. Gut für: mittelschwere Ware, Bücher, Kartonagen, Sets aus mehreren stabilen Teilen.
Packpapier ist der Allrounder unter den Füllmaterialien: neutral, geruchsfrei, entsorgt der Kunde im Altpapier. Der Haken steckt in der Menge und der Zeit. Um 2 Liter Hohlraum mit Papier zu füllen, brauchst du drei bis vier Bögen, die du einzeln knüllst. Das dauert, und geknülltes Papier komprimiert unter Gewicht. Fertig geprägtes Papierpolster hält die Form besser, kostet aber deutlich mehr und braucht als Rolle Platz im Regal. Für Läden mit Papiermaschine ist es das Standardmaterial. Für den Küchentisch ist es Handarbeit.
Nicht nehmen für: schwere Einzelstücke, die den Hohlraum plattdrücken.
3. Verpackungschips
Kostet: etwa 0,20 bis 0,50 € pro Paket, im Großsack günstiger, in kleinen Beuteln teurer. Gut für: viele kleine, unregelmäßig geformte Teile in einem Karton.
Chips, ob aus Styropor oder aus Maisstärke, füllen jeden Winkel, ohne dass du nachdenken musst. Deshalb sind sie bei Bastelbedarf, Ersatzteilen und Kleinteile-Sets beliebt. Die Kehrseite kennt jeder, der schon einmal ein Paket damit ausgepackt hat: Sie rieseln, laden sich statisch auf und kleben an allem. Schwere Ware sackt durch die Chips bis auf den Kartonboden. Und der 400-Liter-Sack, in dem sie günstig sind, braucht mehr Platz als die meisten Wohnungen hergeben.
Nicht nehmen für: einzelne schwere Stücke, alles, was beim Auspacken sauber wirken soll.
4. Luftpolsterfolie
Kostet: als Hohlraumfüller etwa 0,40 bis 0,80 € pro Paket, weil du viel Fläche brauchst. Gut für: Einwickeln, nicht für Füllen.
Luftpolsterfolie gehört in fast jede Packstation, aber als Wickelmaterial. Sie schützt Oberflächen vor Kratzern und hält zwei Gläser voneinander getrennt. Als Füllmaterial ist sie teuer und schlecht: Die dünne Lage komprimiert, die Ware bleibt beweglich, und du schneidest jedes Stück von der Rolle zu. Wer Folie schon im Haus hat, sollte sie fürs Wickeln behalten und den Hohlraum mit etwas anderem schließen.
Nicht nehmen für: das Auffüllen von Leerraum.
5. Luftpolsterkissen
Kostet: bei uns zwischen 0,60 € pro Paket (kleine Packung mit 100 Kissen) und 0,30 € pro Paket (große Packung mit 500 Kissen). Gut für: Hohlräume links, rechts und oben bei allem, was nicht verrutschen darf. Glas, Keramik, Kosmetik, Feinkost, Deko, Elektronik.
Ein Luftpolsterkissen ist eine gefüllte Folienkammer, etwa 20 × 10 cm groß und fast nur Luft. Vier davon schließen den Hohlraum eines Kleinpakets in etwa 15 Sekunden: einlegen, andrücken, Deckel zu. Sie wiegen fast nichts, was beim Porto zählt, und sie sehen beim Auspacken aufgeräumt aus. Was sie nicht können: schwere Ware tragen, die auf ihnen steht, und Oberflächen schützen. Deshalb gehört unter Glas und Keramik eine flache Matte, und um kratzempfindliche Ware weiterhin ein Bogen Papier oder Folie.
Der übliche Einwand ist die Beschaffung. Im Großhandel gibt es Luftpolster als Rolle für eine Maschine, die 300 bis 500 € kostet und Platz braucht, oder als Sack mit mehreren tausend Kissen. Bei Packwolke gibt es sie fertig aufgeblasen in vier Größen, die kleinste reicht für etwa 8 Pakete und passt in ein Regalfach.
Nicht nehmen für: Wickeln und sehr schwere Einzelstücke.
6. Luftpolstermatten
Kostet: bei uns zwischen 0,50 und 1,10 € pro Paket, wenn du Boden und Deckel damit auslegst. Gut für: die weiche Etage unter und über zerbrechlicher Ware.
Eine Matte ist ein flaches Luftpolster von etwa 40 × 25 cm, also ungefähr eine Kartonbodenfläche. In einem kleineren Karton wie dem Kleinpaket stellt sich ihr Rand an der Wand leicht hoch und polstert die Seite gleich mit. Sie übernimmt die Aufgabe, an der Kissen und Chips scheitern: die Ware vom Boden entkoppeln, auf dem das Paket zwanzigmal abgesetzt wird. Bei Gläsern, Flakons und Keramik ist eine Matte unten der Schritt, der den größten Unterschied macht. Für die Seiten ist sie zu groß, dort kommen Kissen in die Lücken.
Nicht nehmen für: kleine Boxen unter 3 Litern, dort füllt die Matte den ganzen Karton.
Welches Füllmaterial für welche Ware? Die Übersicht
Die Tabelle fasst zusammen, was in der Praxis funktioniert. „Kosten“ ist die Größenordnung pro Kleinpaket, ohne Versand und ohne deine Zeit.
| Deine Ware | Empfehlung | Geht auch | Lieber nicht | Kosten/Paket |
|---|---|---|---|---|
| Glas & Keramik | Matte als Boden + Kissen in die Lücken, Ware einzeln gewickelt | Papierpolster, dicht gestopft | Zeitungspapier, Chips allein | 0,60–1,50 € |
| Kosmetik & Flakons | Matte unten + Kissen, Deckel der Ware gesichert | Papierpolster | Zeitungspapier (Geruch, Abfärben) | 0,60–1,20 € |
| Feinkost in Gläsern | Matte unten + Kissen, Gläser voneinander getrennt | Papierpolster | Zeitungspapier, Chips | 0,60–1,50 € |
| Handmade & Deko | Kissen in die Hohlräume | Packpapier | Chips bei glatten Oberflächen | 0,30–0,60 € |
| Elektronik & Technik | Gerät in Beutel oder Folie, dann Kissen | Papierpolster | Chips (Statik, Rieseln) | 0,40–0,80 € |
| Viele kleine Teile | Chips oder Teile in Beutel + Kissen | Packpapier | Folie allein | 0,20–0,50 € |
| Bücher, Textil, Robustes | Passender Karton oder Versandtasche, kein Füllmaterial | Zeitungspapier, Packpapier | Geld für Polster ausgeben | 0–0,15 € |
Die letzte Zeile ist ernst gemeint. Wer Bücher oder Kleidung verschickt, braucht uns kaum. Ein Karton, der passt, oder eine Versandtasche macht den Job, und jedes Polster wäre Geld für ein Problem, das du nicht hast.
Was gehört in dein Paket?
Sechs Fragen, eine Minute: Der Packcheck rechnet für deine Ware, deine Paketgröße und deine Stückzahl aus, was pro Paket hineingehört, was es im Monat kostet und ob du überhaupt etwas brauchst.
Packcheck startenWo bekommt man Füllmaterial für Pakete? Baumarkt, Discounter, Post, online
Die zweithäufigste Frage nach dem „Was“ ist das „Wo“. Ehrlich beantwortet:
- Baumarkt (OBI, Bauhaus, Hornbach, toom): Luftpolsterfolie von der Rolle, Packpapier, Umzugskartons, manchmal Chips im kleinen Beutel. Fertig gefüllte Luftpolsterkissen findest du dort in der Regel nicht. Gut, wenn du heute noch etwas brauchst und Folie zum Wickeln fehlt.
- Discounter und Deko-Läden (Tedi, Action, Rossmann): Das „Füllmaterial“ dort ist Geschenkfüllung, buntes Seidenpapier, Holzwolle in Kleinstpackungen. Für ein Präsent hübsch, für den Versand von zerbrechlicher Ware zu wenig und zu teuer pro Liter.
- Post und Paketshops: Kartons, Versandtaschen, teils Luftpolsterfolie. Füllmaterial in Mengen, die für einen Shop reichen, eher nicht.
- Verpackungsgroßhandel online: Alles, in jeder Qualität, aber gerechnet auf Firmen mit Lager: 400-Liter-Säcke, Paletten, Mindestbestellwerte, oft Gewerbenachweis. Für 20 bis 150 Pakete im Monat ist das die falsche Größenordnung.
- Kleine Mengen, fertig einsatzbereit: Das ist die Lücke, die wir mit Packwolke schließen. Füllmaterial für Pakete & Kartons ab 9,90 €, ohne Mindestmenge, im stapelbaren Karton fürs Regal.
Füllmaterial selber machen: Wann es sich lohnt
Altpapier durch den Aktenvernichter, Eierkartons zerreißen, alte Kartons in Streifen schneiden. Das funktioniert, und für robuste Ware in kleinen Stückzahlen ist es eine vernünftige Antwort. Zwei Dinge solltest du ehrlich dagegenrechnen.
Erstens die Zeit: Geschreddertes Papier für ein Kleinpaket herzustellen und einzufüllen dauert je nach Übung zwei bis vier Minuten. Bei 40 Paketen im Monat sind das ein bis zwei Stunden, jeden Monat. Zweitens die Wirkung: Papierschnipsel setzen sich beim Transport ab wie Chips, nur stärker, und sie tragen kein Gewicht. Für ein Buch egal, für ein Glas riskant.
Wo es sich lohnt: unregelmäßiger Versand, robuste Ware, kein Platz für Vorrat. Wo es sich nicht lohnt: ab etwa 20 Paketen im Monat oder sobald etwas Zerbrechliches dabei ist.
Was ist mit Nachhaltigkeit?
Die Frage kommt zu Recht, und wir beantworten sie mit Fakten statt mit Versprechen. Papier und Chips aus Maisstärke gehen beim Kunden ins Altpapier oder in den Kompost, brauchen aber je Paket deutlich mehr Material und Gewicht. Luftpolster bestehen fast nur aus Luft und wenigen Gramm Folie, die in den gelben Sack gehört. Welche Variante insgesamt besser abschneidet, hängt von Transportgewicht, Verpackungsmenge und Entsorgung ab, und darüber streiten sich die Ökobilanzen. Wir machen dazu keine Werbeaussage. Was du selbst tun kannst: den Karton so klein wie möglich wählen, damit du weniger von allem brauchst.
Wie viel Füllmaterial brauchst du pro Paket?
Eine Faustregel, die in der Praxis trägt: Etwa 30 Prozent des Kartonvolumens sind bei einem passend gewählten Karton Hohlraum, den du füllen musst. Ein Kleinpaket von 35 × 25 × 8 cm hat 7 Liter, also rund 2 Liter Polster. Das sind etwa 4 Luftpolsterkissen oder 2 Matten, bei Papier drei bis vier Bögen fest geknüllt.
Die Zahl pro Paket mal deine Pakete im Monat ergibt deinen Bedarf. Wer 30 Kleinpakete verschickt, braucht rund 120 Kissen. Damit weißt du auch, welche Packungsgröße überhaupt sinnvoll ist: Die kleinste bei uns reicht für etwa 8 Pakete, die größte für etwa 125. Genauer rechnet der Bedarfsrechner mit deinen eigenen Maßen.
Häufige Fragen zu Füllmaterial für Pakete
Was kann ich als Füllmaterial nehmen, wenn ich gerade nichts habe?
Für Robustes: Zeitungspapier, Packpapier, zerrissene Kartonreste. Für Zerbrechliches: lieber einen Tag warten und passendes Material besorgen. Ein Bruch kostet dich Ware, doppeltes Porto und eine Bewertung, das ist teurer als jede Polsterung.
Darf ich Zeitungspapier im Paket verwenden?
Ja, kein Paketdienst verbietet das. Die Frage ist nur, ob es deiner Ware guttut: Bei Kerzen, Kosmetik, Lebensmitteln und allem Hellen färbt Druckerschwärze ab und der Geruch zieht ein.
Ist Füllmaterial aus dem Baumarkt oder von Tedi gut genug?
Für Geschenke und den gelegentlichen Privatversand ja. Für einen Shop, der regelmäßig zerbrechliche Ware verschickt, ist es zu wenig Volumen für zu viel Geld, und fertig gefüllte Luftpolster gibt es dort nicht.
Welches Füllmaterial ist am günstigsten?
Pro Paket gerechnet: Zeitungspapier (kostenlos), dann Packpapier von der Rolle und Chips im Großsack. Rechnet man Zeit und Platz mit, ziehen fertige Luftpolsterkissen ab etwa 20 Paketen im Monat gleich. Rechnet man einen vermiedenen Bruch mit, ist die Reihenfolge egal.
Wie viel Füllmaterial brauche ich für ein Paket?
Etwa 30 Prozent des Kartonvolumens. Für ein Kleinpaket von 35 × 25 × 8 cm sind das 4 Kissen, 2 Matten oder drei bis vier Bögen Papier.
Fazit: Das passende Füllmaterial hängt an drei Fragen
Was verschickst du, wie groß ist dein Paket, wie viele gehen im Monat raus. Robuste Ware braucht wenig bis nichts. Zerbrechliche Ware braucht einen Boden, der entkoppelt, und Füllung, die Form hält. Und ab einer gewissen Stückzahl entscheidet nicht mehr der Preis pro Liter, sondern die Minuten pro Paket.
Wenn du dir die Rechnung sparen willst: Der Packcheck stellt dir genau diese drei Fragen plus drei zu deiner Situation und gibt dir eine Empfehlung, die auf dein Paket gerechnet ist. Und wenn dabei herauskommt, dass du gar nichts brauchst, sagt er dir auch das.